Glossar der medizinischen Fachausdrücke

A
 

Ablation

Behandlung von (meist) Vorhof-Rhythmusstörungen mittels Herzkatheter-Methode, bei der Sonden in das rechte und oft auch über eine Scheidewandpunktion in das linke Herz eingeführt werden, um den Herd der Vorhof-Rhythmusstörung aufzusuchen und zu veröden (Hochfrequenz-Verödung, Kälteeinwirkung, Laser).


absolute Arrhytmie

Pulsunregelmäßigkeit ohne zurgrundeliegendes Muster beim Vorhofflimmern.


ACE-Hemmer

Gruppe von Medikamenten, die der Blutdrucksenkung dienen. A. greifen in das RAAS ein. Auch nützlich im Rahmen einer >>Herzmuskelschwäche, da sie das Herz entlasten.


ACVB

= Aortocoronarer Venenbypass; (engl.) Umgehung. Steht für Operation an den Herzkranzgefäßen, bei denen mittels eines Venen- oder Arterienimplantates Blut um eine Engstelle >>(Stenose) an den Kranzgefäßen umgeleitet wird.
>> Bypass. >> CABG.


Adrenalin

Hormon der Nebenniere, das eine ausgeprägte Kreislaufwirkung mit Erhöhung der herzschlagfolge und des Blutdrucks bewirkt. sog. Stresshormon des RAAS.


AED

= external automated defibrillator; Einsatz bei >> Reanimation und nachgewiesenem >> Kammerflimmern. Das gerät setzt eine Einweisung im Umgang voraue, ist aber auch von Laien leicht zu bedienen (Akustikkontrolle)


Aerob

Möglichkeit der (normalen) Energiegewinnung über Sauerstoff bei körperlicher Belastung: Belastungsart Ausdauersport. Grober Anhaltpunkt Pulsfrequenz: aerobe Stoffwechsellage bei Frequenz unter 140/min. s.a. anaerob


Anaerob

Möglichkeit der Energiegewinnung ohne Sauerstoff und unter Milchsäureproduktion bei körperlicher Belastung: Belastungsart Kraftsport s.a. aerob


Aneurysma

Gefäß-Erweiterung oder Aussackung, die angeboren oder erworben sein kann. Es können alle oder einzelne Gefäßwandschichten betroffen sein. Bei nur einzelnen betroffenen Schichten spricht man v. A. spurium (falsum), etwa nach Herzkatheter. Oft befindet sich im Sack ein Blutgerinnsel (Thrombus). Ein A. kann platzen und dann für Komplikationen (Hirn) die Ursache sein. Besonderheit: Aortenaneurysma: dabei sind Teile der Aortenwand mehr oder weniger stark erweitert und müssen oft operativ ersetzt, oder die Erweiterung duch Stent beseitigt werden.


Angina pectoris

Brustenge (AP); Schmerz oder Mißempfindung meist in der linken Brusthälfte unter körperlicher Belastung oder in Ruhe. Ausstrahlung in die linke Körperhälfte (Arm, Finger; Magengegend; Rücken-Schulterblätter; Oberbauch; Unterkiefer). Auch anfallsweise; sog. Herzattacke, kann durch Gabe von >>Nitraten gebessert werden. Man unterscheidet stabile und instabile AP; letztere muss durch >>Intervention behandelt werden, wenn ein Verengungsprozess der Kranzarterien verantwortlich ist. Ist dies nicht der Fall, spricht man von vasospastischer Angina, bei der Gefäßkrämpfe die Schmerzen verursachen.


Angiotensin

Stärkste bekannte gefäßverengende Substanz der Niere, wird bei der Bluthochdruck- und Herzmuskeschwächebehandlung durch hemmende Medikamente blockiert (ARB; diese Stoffgruppe hemmt den an der Niere für die Angiotensinwirkung verantwortliche Rezeptor - Angiotensin-Rezeptor-Blockade)


Antibiotikum

Medikament zur Behandlung von bakteriellen Infektionen. Diese müssen diagnostiziert (etwa gelber Auswurf) und der Erreger muss nachgewiesen sein. Es muss ausreichend lange und ausreichend hoch dosiert werden. Es gibt Breitband-A., die im Vorfeld einer Infektion gegeben werden können. Nach Erregernachweis muss gezielt behandelt werden. Prophylaktische Therapie ist unzulässig (Resistenz!).


Antiaggregation

Hemmung der Fähigkeit der Blutplättchen, bei Verletzungen durch "Verklebung, Verklumpung" zu "aggregieren". Gefahr der Thrombenbildung.


Antikoagulation

Hemmung der Blutgerinnung (>> Gerinnung) durch geeignete Medikamente, wie Marcumar, Heparin, neuerdings auch durch Dabigatran oder Rivaroxaban.


Aortenklappe

Herzklappe zwischen der linken Herzkammer und der Aorta, steuert die Auswurfleistung des Herzens in der >> Systole Die Klappe besteht aus drei halbmondförmig angeordneten Segeln, aus denen die >>Kranzgefäße abgehen. Stenose: Verengung mit Herabsetzung der Herzleistung; Insuffizienz: Schließunfähigkeit mit nachfolgender Herzinsuffizienz


Apixaban

Gerinnungshemmer, hemmt den Faktor Xa. Für die Behandlung des Vorhofflimmerns zugelassen.


Apoplex

auch apoplektischer Insult s.a. Schlaganfall


ARNI

neues Medikament zur Behandlung der Herzmuskelschwäche: Kombination von einem „Angiotensin-Rezeptorhemmer“ mit einem „Neprolysin-Hemmer“; wird mit gutem Erfolg gegeben, wenn ACEI oder ARB nicht vertragen werden.


Arrhythmie

Herzrhythmusstörung, Sammelbegriff für alle Abweichungen des Herzrhythmus von der regelmäßigen Schlagfolge. >> Puls. >> Sinusrhythmus.


Arterie

Abschnitt des Butgefäßsystems, das sauerstoffreiches Blut vom Herzen weg zum Gewebe transportiert. (s.a. Vene). Besondere Abschnitte sind am Herzen (Kranzgefäße), am Hirn und an den Nieren zu finden. A.n sind Gefäße, in denen die Arteriosklerose (s.u.) auftritt.


Arteriosklerose

Arterien"verhärtung", durch Einlagerung von >> Cholesterin. Später können die Einlagerungen (Plaques) auch verkalken: Arterienverkalkung


Aspirin

auch: Acetylsalicylsäure, ASS: Medikament zur Verhinderung von Thrombosen in den Kranzgefäßen; verhindert die Verklumpung der Blutplättchen.


Asystolie

Herzstillstand; das Herz wirft kein Blut mehr aus, Folge: Kreislaufstillstand. Dieser führt unbehandelt zum biologischen Tod. s.a. Kammerflimmern


Atherektomie

Entfernung von umschriebenen Koronar-Kalksegmenten (Plaques) durch ein scharfes Schneidewerkzeug an der Spitze eines Katheresystems. Das entfernte Material wird aufgefangen und aus dem Gefäß entfernt. Es kann weiter untersucht werden (Histologie).


Allograft

s.a. Homograft


AVK

arterielle Verschlusskrankheit, oft als pAVK=periphere A. bezeichnet. Entsteht durch Arteriosklerose der Becken-Beinarterien und führt oft zu Amputationen infolge von Nekrosen