Glossar der medizinischen Fachausdrücke

B
 

Ballondilatation

Aufdehnung von Engstellen in den Kranzgefäßen durch einen Kunststoffballon, der über einen Katheter eingeführt wird. Das nannte man auch PTCA (perkutane transluminale Coronar-Angioplastie). Heute meist durch Stenteinsetzung ergänzt. Die erste Aufdehnung nahm Andreas Grüntzig 1977 in Zürich vor, in Deutschland (Frankfurt) war dies etwa zeitgleich Martin Kaltenbach.


Belastungs-EKG

EKG-Ableitung unter Belastungsbedingungen, liegend oder sitzend (Fahrrad-Ergometer), auch Ergometrie genannt. Es erfolgt eine stufenwese Steigerung der Belastung, die in Watt (oder Joule) gemessen wird. Gibt Aufschluss über Herz-Durchblutungstörungen, Leistungsfähigkeit und Blutdruckverhalten. Für die Rehabilitation werden Belastungen zwischen 0,5 und 1,5 Watt/kg KG empfohlen.


Betablocker (BB)

Medikament zur Behandlung von Bluthochdruck oder Herzmuskelschwäche. Auch in Kombination (>>Diuretika, >> ACE-Hemmer). Manche Pat. vertragen die Medikament aber nicht (Pulsverlangsamung, Schwindel, zu starke Blutdrucksenkung, Asthma-Bronchialkrampf) oder leiden unter Hautausschlägen oder der Weissfinger-Krankheit (M. RAYNAUD). Auch bei der COPD können sog. kardioselektive BB eingesetzt werden. Sie haben ein nur geringes Asthmarisiko. Bei Unverträglichkeit ist Ivabradinneuerdings eine Alternative.


Beta-Sympathikomimetikum

Medikament zur Behandlung von Asthma-Anfällen


Biopsie, Myokard-

Gewebsentnahme aus dem schlagenden Herzen mit Hilfe einer dünnen Sonde, an deren Ende sich eine zangenartige Klemme befindet. Diese dient der scharfen Entnahme von Muskelgewebe zur Diagnostik von Herzmuskelentzündungen (Myokarditis)


Blutbild

Zusammenstellung der zellulären Anteile des Blutes: rote (4-6 Mio/mml) und weiße Blutkörperchen 1-6 Tsd./mml), Blutplättchen, und des Hämoglobin (Blutfarbstoff; 12-15g/dl).


Blutgas-Analyse

  1. pH = 7,35–7,45 ; <7,35: Azidose; >7,45: Alkalose

  2. pO2 = 75–97 mm Hg bzw. 10–12,9 kPa (je nach Alter)

  3. saO2 = 95–99 % (Sauerstoffsättigung)

  4. pCO2 = 35–45 mm Hg bzw. 4,6–6,0 kPa[1] (Kohlendioxid-Partialdruck); weniger: Hypokapnie; mehr: Hyperkapnie

  5. HCO3(act) = 21–26 mmol/l (aktuelles Bicarbonat)

  6. HCO3(std) = 23–27 mmol/l (Standard–Bicarbonat)

  7. BE (Basendefizit, Basenabweichung oder base excess) = 0 mval/l (-2 bis +3 mmol/l)


Bluthochdruck

(Hypertonus) Abnorme Regulations des Blutdrucks, der zwischen 120/80 mm Hg liegen sollte. Werte ab 140/90 mm Hg bezeichnet man als Bluthochdruck. Auslöser Stress, Gefäßwandveränderungen, Nierenerkrankungen (renaler H.), hormonelle Störungen (Nebenniere). Ursache für Herzmuskelschwäche oder Schlaganfall. Die Behandlung ist in erster Linie medikamentös und verwendet die ACE-Hemmer, Sartane und harntreibende Medikamente (Diuretika).


Bluthochdruck-Krise

lebensbedrohliche exzessive Erhöhung des Blutdrucks, führt zu akutem Herzversagen, muss auf der Intensivstation behandelt werden. Der Notarzt gibt Nifedipin sublingual. keine Selbstmedikation!


Blutplättchen

auch: Thrombocyten: Bestandteil des Blutes, Verklumpung bei Verletzungen, dadurch Stillung einer drohenden Blutung. Unerwünschte Verklumpung (Aggregation) im Kranzgefäßsystem des Herzens bei Herzinfarkt und auch nach Stenteinlage (Thombose). Therapie durch Aggregationshemmer (Clopidogrel oder Ticagrelor).


Bradycardie

langamser Puls, unter 60/min. s.a. >> Tachycardie


Bypass

(engl.) Umgehung. Steht für Operation an den Herzkranzgefäßen, bei denen mittels eines Venen- oder Arterienimplantates Blut um eine Engstelle (>> Stenose) an den Kranzgefäßen umgeleitet wird.