Glossar der medizinischen Fachausdrücke

D
 

Dabigatran

neues Medikament zur Antikoagulation, das ohne die Bestimmung des INR auskommt und daher einfacher und dennoch gleich wirksam wie Marcumar eingesetzt werden kann. Man nennt es einen direkten Thrombin-Inhibitor. Vorsicht ist geboten bei Nierenerkankungen (Dosis anpassung oder Wechsel auf Alternative).


Defibrillation

Abgabe eines Gleichstromimpulses über einen Defibrillator bei >> Kammerflimmern, um dieses zu durchbrechen und einen normalen Rhythmus wiederherzustellen. Interne Defibrillatoren = ICD; externe D. = AED. Neuerdings gibt es auch externe tragbare Defibrillatorwesten, die den Zeitraum bis zum Einbau eines endgültugen ICD überbrücken können.


Degeneration, degenerativ

Entartung, minderwertige Veränderung. In der Medizin Rückbildung, Abbau und Verfall von Strukturen (Herzklappe), Geweben (Bildegewebe) oder Organen (Herz). Degenerative Erkrankungen sind z.B. Arteriosklerose-Folgen.


Diabetes

Zuckerkrankheit, Diabetes mellitus. Komplikationen: Unterzuckerung, diabetisches Koma, Herzkreislaufkomplikationen. Typ-1-D. angeborener D., Insulinmangel-D. Typ-2-D. erworbener "Lebensstil"-D., früher auch "Alters-D." Ursache Insulinverwertungsstörung bei Übergewicht. s.a. metabolisches Syndrom


Diastole

passive Herzphase, in der die Herzventrikel erschlaffen und sich von den Vorhöfen her von neuem mit But füllen können. >> Systole


Digitalis

Wirkstoff der Blätter des roten und wolligen Fingerhuts (Digitalis purpurea und lanata). Man kennt zwei Stoffe, Digitoxin (D. purpurea) und Digoxin (D.lanata). Ihr Anwendungsgebiet ist die Herzmuskelschwäche sowie der schnelle Puls bei Vorhofflimmern. Beides ist aber in der letzten Zeit wegen widersprüchlicher Studienergebnisse umstritten.


Diuretika

Gruppe von Medikamenten, die der Regulierung ds Wasserhaushalts dient. Bei einer Einlagerung von Flüssigkeiten im Gewebe (>> Ödeme) bewirken diese Medikamente eine vermehrte Ausscheidung über die Nieren. Wichtig bei >> Bluthochdruck, >> Herzmuskelschwäche.


Doppler

Form der Ultraschalluntersuchung, bei der die Blutströmung im Herzen und durch die Herzklappen untersucht wird. Aussage über Schweregrad einer Herzklappenkrankheit (Stenose oder Insuffizienz). Um noch bessere Bilder zu gewinnen, kann die Blutströmung auch farblich dargestellt wreden (Farbkodierung, Farbdoppler). Dann sind die Strömungsverhältnisse etwa bei einer Klappeninsuffizienz noch deutlicher zu sehen.


Dreigefäßerkrankung

Bezeichnung für eine Form der >> KHK, bei der alle drei wichtigen Arterien des Herzens von der Arteriosklerose meist mit Verengungen betroffen sind. In diesem Falle ist die Bypass-Op die erfolgreichste Behandlung. Entsprechend gibt es auch eine Ein- und Zweigefäßerkrankung, die oft durch Intervention (Stenteinlage) behandelt werden.


Dyspnoe

Atemnot, unter Belastung oder in Ruhe; oft als ernster lebensbedrohlicher Zustand bei >>Herzmuskelschwäche, auch >> Orthopnoe