Glossar der medizinischen Fachausdrücke

H
 

Hämatokrit

Verhältnis von Blutzellanteil zu Gesamtblut, nach Zentrifugation. Normwert ca. 45


Hämoglobin

Blutfarbstoff


HDL

= high density lipoprotein, Transportprotein wie >> LDL, das Cholesterin in die Leber transportiert


Heparin

Medikament zur Verhinderung von Thrombosen und Embolien durch Hemmung der Fibrinbildung. Intravenöse oder subkutane Gabe nach Operationen beim akuten Herzinfarkt und nach Interventionen.


Herzblock

Aussetzen der Herztätigkeit für mehrere Sekunden, durch Unterbrechung der Reizleitung an besonderen Stellen, etwa dem AV-Knoten oder dem Sinusknoten und seiner Bahnen. Folge ist die kardiale Ohnmacht oder Synkope. Schrittmacherbehandlung.


Herzfehler

auch: angeborener Herzfehler, krankhafte angeborene Veränderungen der Herzstrukturen, etwa des Vorhofseptums (>> Vorhofseptumdefekt) oder des Kammerseptums (>> Ventrikelseptumdefekt)


Herzinfarkt

auch Myokardinfarkt. Krankheit des Herzmuskels nach völligem oder teilweisem Verschluss eines Kranzgefäßes, der zum Absterben des betroffenen Gewebes und seinem Tod (Narbenbildung) führt. Der Verschluss kann wieder-eröffnet werden (>>Stent)


Herzkatheter

Einführung von dünnen Sonden über Vene oder Arterie meist der Leiste. Messung von Herzfunktionsgrößen (Druck, Fluss), Darstellung der << Kranzgefäße und der Herzinnenräume. Voraussetzung für >> Ballondilatation und >> Stent.


Herzklappe

Ventil im herzen, das den Blutstrom in nur eine Richtung steuert. Man unterscheidet eine >>Aortenklappe, eine Lungenarterienklappe (Pulmonalklappe), eine Mitral-, und Trikuspidalklappe.


Herzminutenvolumen

Maß der Auswurfleistung des Herzens in l/min. Normwert in Ruhe 4-5 l/min. s.a. Schlagvolumen.


Herzmuskelschwäche

auch Herzinsuffizienz. Unvermögen des Herzmuskels, die Durchblutung des Körpers unter körperlicher Belastung oder in Ruhe sicherzustellen. >> NYHA-Einteilung I bis IV (leicht, erschwert, mittelschwer, schwer-bettlägerig). Behandlung mit ACE-Hemmern oder wassertreibenden Mitteln (Diuretika) sowie immer seltener Digitalis. Ein ganz neues Medikament ist ARNI.

Neuerdings unterscheidet man zwischen einer H. mit erhaltener Auswurffraktion EF (HFpEF, EF>=50; meist bei Bluthochdruckkranken) und einer solchen mit Verminderung der EF (HFrEF, EF<40; häufiger, z.B. nach Herzinfarkt). Die Therapie bei der ersten Form ist noch nicht endgültig festgelegt (z.B. Ausdauertraining). Inzwischen gibt es eine mittlere, intermediäre Form, die mit einer nur unwesentlich eingeschränkten EF einhergeht: HFmrEF, EF 40-50.


Herztod, plötzlicher

plötzliches Ereignis des klinischen Todes durch einen Kreislaufstillstand mit Ohnmacht, Krämpfen und (ohne Behandlung) biologischem Tod. Auslöser meist Kammerflimmern auf dem Boden einer Herzerkrankung (Herzinfarkt), aber auch Herzstillstand (Asystolie) oder ineffektive Herzaktion (weak action). Behandlung durch Reanimation und meist Defibrillation.


Herztransplantation

Ersatz von Teilen oder des gesamten Herzens durch ein Spenderorgan (Allograft). Limitierung durch die Zahl der vorhandenen Organe und die abnehmende allgemeine Spendenbereitschaft. Besonderheit: langfristige Überwachung wegen Abstoßungsreaktion (heute selten). Zunehmender Einsatz von Kunstherzen.

Hochdruck, Hypertonus, Bluthochdruck


Homocystein

Im Blut vorkommende Aminosäure, die als Risikoindikator für Herzkreislaufkrankheiten gilt, besonders bei Patienten mit erhöhtem Gesamtrisikoprofil. Werte > 15 mikromol/l gelten als erhöht.



Homograft

(veraltet für Allograft): Ersatzorgan oder -organteil, das aus der gleichen biologischen Art wie der Empfänger stammt. Meist im Zusammenhang mit menschlichen Leichen-Herzklappen gebraucht, die Patienten bei der sog. ROSS-Op eingesetzt werden. Gegenteil: Xenograft.


Hypercholesterinämie

Erhöhung des Cholesterin-Blutspiegels auf mehr als 240 mg%, bei Patienten nach Herzinfarkt auf mehr als 200 mg%. Behandlung durch Medikamente (Statine, PCSK9-Hemmer), um das LDL-Cholesterin auf unter 100 mg% zu senken.