Glossar der medizinischen Fachausdrücke

I,J
 

IABP

Intra-aortale Ballonpulsation, Form der Kreislaufunterstützung bei cardiogenem >> Schock oder >>akutem Coronarsyndrom. Die Pulsations-Pumpe füllt einen Ballon in der Aorta zum Zeitpunkt der Diastole, wodurch sich herzdurchblutung und Blutdruck verbessern.


ICD

= internal defibrillator, wird wie ein Schrittmacher, dessen Funktion der ICD auch eingebaut besitzt, im rechten Herzen implantiert. Einsatz nach überstandenem plötzlichem Herztod bei Kammerflimmern.


ICU

intensive care unit, s.a. Intensivmedizin


Immunsystem

Körpereigenes Abwehrsystem, das auf externe Infekte oder Reize (Bakterien, Viren, Toxine) reagiert (Immunreaktion) und versucht mit geeigneten Zellen und Zellsystemen die Eindringlinge unschädlich zu machen. Zu den Zellen gehören die T-Lymphocyten, die Monocyten, Makrophagen und spezielle Eiweisskörper (Antikörper). Eine pathologische Immunreaktion kann sich auch gegen den eigenen Körper oder Organe richten: Typ-1-Diabetes oder bestimmte Schilddrüsenerkrankungen sind solche Autoimmunerkrankungen. Auch allergische Reaktionen sind (überschießende) Immunreaktionen. Fehlt eine Immunreaktion oder verläuft sie abgeschwächt, spricht man von einer Immunschwäche (AIDS).


Infarkt

Kurzform für >> Herzinfarkt, allgemein Begriff für "Verschluss" eines Gefäßes mit Folgen für das Gewebe (von lat. infarcire = hineinstopfen, verstopfen). Hirninfarkt = Verschluss eines Hirngefäßes mit Schlaganfall.


INR

= international normalized ratio; Masszahl zur weltweit vergleichbaren Einstellung mit Antikoagulantien, etwa Marcumar. Der veraltete Quickwert war von Labor zu Labor verschieden und daher nicht zur effektiven Einstellungsüberwachung geeignet. Normwert = 1,0. Der INR ist abhängig von der Krankheit und dem Embolierisiko:
zwischen 2,0 und 3,0 (Vorhofflimmern, Beinvenenthrombose),
zwischen 2,5 und 3,5 (Klappenerkrankungen, Klappenersatz mit Kunstklappen).


Insuffizienz

  1. (a)s. Herzmuskelschwäche, Herzinsuffizienz
    (b) Herzklappenerkrankung, die zu einer Behinderung der Schließfunktion mit der Folge einer Herzmuskelschwäche führt.


Intensivmedizin

Med. Fachrichtung, die sich mit der Diagnostik, Überwachung und Behandlung von Patienten, die

- postoperativ

  1. -postinterventionell

  2. -nach Herzinfarkt

  3. -nach Unfällen

stationär behandelt werden, oder die zur Kategorie der Schwer- und Schwerstkranken gehören (z.B. Kreislaufschock, nach Wiederbelebung. Die Behandlung erfolgt auf speziellen Einheiten (Intensivstationen, ICU), die apparativ dafür geeignet sind. Dabei ist eine spezifische Ausbildung des Pflegepersonals (Intensivpflege) Voraussetzung.


Intervention

Eingriff ohne Operation mit diagnostischer oder therapeutischer Konsequenz, auch minimal-invasiver Eingriff genannt. Beispiel Herzkatheteruntersuchung oder Stenteinpflanzung. s.a. >> Ballondilatation und >> Stent. (Vorwiegend beim Herzinfarkt, aber auch anderen Eingriffen wie Schutz vor Embolien oder zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen).


Insulin

Hormon der Insellzellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas). Dient der Regulierung des Blutzuckerspiegels und wirkt auf die Verwertung des Blutzuckers in den Zellen. Erhöhung der Insulinproduktion führt zu einer Absenkung des Blutzuckerspiegels (Hypoglykamie), Verminderung zum Anstieg Hyperglykamie, Koma).


Intima

Bildet zusammen mit der Media und Adventitia den Aufbau der arteriellen Gefäßwand. Speziell die Intima und das sie auskleidende Endothel ist am Krankheitsprozeß der Arteriosklerose beteiligt.


Ischämie

Durchblutungsstörung des Herzens oder der Extremitäten auf dem Boden einer Gefäßverengung, die zu einer Funktionsstörung des betroffenen Gebietes führt. Ischämiezeichen sind meist Schmerzen; Angina pectoris oder Gehbeschwerden.


Ivabradin

Neue Stoffgruppe sog. Ionenkanalblocker, die die Herzfrequenz (Herzschlag/min) deutlich senkt, ohne Nebenwirkungen auf Herz und Kreislauf (Schwindel, Blutdrucksenkung oder Rhythmusstörungen). Anwendung bei Pat.mit KHK, die keine Betablocker vertragen, oder bei der Herzmuskelschwäche mit schneller Herzfrequenz. Diskussion der Anwendung bei Pat. mit COPD.