Glossar der medizinischen Fachausdrücke

K
 

Kammerflimmern

Schwerwiegende Herzrhythmusstörung, bei der die Herzkammern schnell, unkoordiniert und unregelmäßig arbeiten. Es kommt zum völligen Aufhören der Pumpleistung. Plötzliche Bewusslosigkeit ist die Folge (>> Synkope). Unbehandelt ( >> Defibrillation) führt K. zum Tode. (>> Reanimation)


kardial

herzbezogen


Kardiomyopathie, dilatative

Erkrankung des Herzmuskels zunächst unbekannter Ursache, die mit einer Erweiterung aller Herzhöhlen einhergeht. Es entstehen die Symptome einer >> Herzmuskelschwäche
Die Behandlung iist die einer Herzinsuffizienz. s.a. Cardiomyopathie


Kardiomyopathie, hypertrophe

Erkrankung des Herzmuskels, die mit einer Verdickung der Muskulatur der linken Herzkammer einhergeht. Es entstehen die Symptome einer >> Herzmuskelschwäche, und es können Herzrhythmusstörungen auftreten.
Therapie: Betablocker, Operation, Intervention. s.a. Cardiomyopathie


Kapillaren

Haargefäße im Endgebiet des Körper- und Lungenkreislaufs, in denen der Sauerstoff-, Kohlendioxid- und Nährstoffaustausch stattfindet.


Kardiologie

Medizinische Fachdisziplin für Ärzte (Kardiologen), die sich auf Herzkrankheiten spezialisiert haben. Sog. Teilgebiet mit Zusatzqualifikation (Weiterbildung 2 Jahre innerhalb der Inneren Medizin).


Kardioversion

Umwandlung einer abnormen Herzrhythmusstörung, etwa Vorhofflimmern, in einen Sinushythmus, durch Abgabe eines "getriggerten" Stromstoßes eines Defibrillators. Triggern= verzögertes Auslösen durch EKG (R-Zacke), um Kammerflimmern zu vermeiden.


Karditis

Zusammenfassender Begriff für Entzündungen des Herzens:
Endocarditis
Myocarditis
Pericarditis


KHK

= Koronare Herzkrankheit. Erkrankungen des Herzens, die durch die Arteriosklerose des Kranzgefäßsystems hervorgerufen werden (Herzinfarkt). Da das Herz drei Kranzgefäße besitzt, und eines, zwei oder drei Gefäße verengt sein können, spricht man von 1-, 2- oder 3-Gefäßerkrankung.


Klappenfehler

Erkrankungen des Klappenapparates des Herzens infolge von Entzündungen oder einer Degeneration. Herzinuffizienz ist die Folge.


Körperkreislauf

oder "großer" Kreislauf: vom linken Herzen (linker Kammer) angetriebenen Blutversorgungssystem des Körpers; besteht aus den Arterien, Arteriolen und Kapillaren. Arterien und Arteriolen besitzen eine muskuläre Wand und können ihre Weite aktiv (Adrenalin, Noradrenalin, Stickstoffmonoxid NO) ändern. Die Kapillaren bilden den Übergang zum venösen System und dienen dem Stoff- und Gasaustausch im Gewebe und sind mikroskopisch klein.


Kohärenz-Tomografie, optische (OCT)

Optische Methode zur Sichtbarmachung von biologischen Strukturen durch Entfernungsmessung von Licht geringer Kohärenzlänge (Laufzeit-Unterschied) mittels eines Interferometers. Einsatz in der Kardiologie zur invasaiven Vermessung und Indentifizierung von internen Gefäßstrukturen (Plaques). Man kann feststellen, ob ein Plaque stabil oder instabil ist (akutes Koronarsysndrom)


Kontraktilität

Mass der Eigenschaft der Herzmuskulatur, sich kraftvoll und schnell zusammenzuziehen. Störungen führen zur Herzmuskelinsuffizienz.


Kontrastmittel

>> Röntgenkontrastmittel


Koronar-Angiografie

Invasive Röntgen-Untersuchung der Herzkranzgefäße durch Injektion von Kontrastmittel. Unverzichtbar bei der Diagnosestellung und Vorbereitung der >> Intervention
>> Herzkatheter


Koronarsyndrom, akutes

Zusammenfassender Begriff für die Sympomatik des schweren Anginapectorisanfalls, der in Ruhe (auch nachts) oder unter nur geringer körperlicher Belastung mit starken Schmerzen verläuft und meist in den akuten Herzinfarkt mündet. Ursache ist ein sog. instabiler oder vulnerabler Plaque (Cholesterinhaltiger Verengungsherd) in der Gefäßinnenschicht. Krankenhausaufnahme (>> Chest Pain Unit) ist unabdingbar; Herzkatheter und Intervention sind meist notwendig.


Kranzgefäß

Arterie des Herzens, die der Blut- und Sauerstoffversorgung des Herzmuskels dient. Verengungen können >> Angina pectoris auslösen, Verschlüsse führen zum >> Herzinfarkt.


Kreatinin

Laborwert des Blutserums (Blutchemie), das eine Nierenfunktionsstörung (Niereninsuffizienz) anzeigt. Normwert 0,5-1,1 mg/dl. Oft gekoppelt mit der Bestimmung der Kreatininclearance, die ein besserer Parameter der Nierenfunktion ist. Normwert 90-140 ml/24h


Kreislauf

  1. s.>> Körperkreislauf, >> Lungenkreislauf


Kreislaufstillstand

Zustand des Herzkreislaufsystems, bei dem kein Blut mehr transportiert wird. Ursache ist >>Kammerflimmern oder >> Asystolie. Wenn nicht inerhalb kürzester Zeit (< 3min) ein Notkreislauf in Gang gesetzt wird, stirbt der Patient oder trägt bleibende meist hirnorganische Schäden davon. (>>Reanimation)

Kreislaufschock

  1. s.Schock


Koma

tiefer Bewußtseinsverlust mit fehlender Anprechbarkeit. Folge von Stoffwechselstörungen (diabetisches K., Nierenkoma) oder Hirnerkrankungen (Schlaganfall). Sonderform: Wachkoma (apallisches Syndrom), schwere langfristige Verlaufsform nach Hirnverletzung oder -erkrankung (Schädelhirntrauma, Schlaganfall, Kreislaufstillstand) mit tiefer Bewußtlosigkeit, aber erhaltenen Körperfunktionen. Künstliches K.: gesteuerter Bewußtseinsverlust meist unter künstlicher Beatmung (tiefe Narkose).


Kontraktilität

Eigenschaft des Herzmuskels, sich mit einer bestimmtem Kraft und Schnelligkeit am Beginn der Systolezusammenzuziehen (kontrahieren). Beeinflussung durch den Sympathikusnerv (Anstrengung, Stress) oder durch Medikamente (Digitalis).


Kunstherz (artificial heart, Assistsystem):

Technische Apparatur zum Ersatz der Herzfunktion des linken Herzens (LVAD), des rechten Herzens (RVAD) oder des gesamten Herzens (TAH). Meist als „bridging“ (Überbrückung) bis zur Allotransplantation benutzt. Durch Miniaturisierung und bessere dauerhafte Energieversorgung zunehmender Einsatz statt >> Herztransplantation