Glossar der medizinischen Fachausdrücke

R
 

RAAS

Renin-Angiotensin-Aldosteron-System) s.a. neurohumorales System


Radikale, freie

biochemischer Begriff für hochaktive organische Stoffe, z.B. das Hydroxylradikal -OH, die Zellschäden hervorrufen können. Auch: Oxidantien; Gegenmittel: Antioxidantien, wie Vitamin C, Q10, Flavonoide


Ranolazin

neues (orales) Koronartherapeutikum zur Behandlung der chronischen Angina pectoris, zusätzlich zu anderen. Wirkt über die Senkung des Herzmuskel-Sauerstoffverbrauchs.


Reanimation

Wiederbelebung bei einem Kreislaufstillstand. (s.a plötzlicher Herztod) Man unterscheidet die "Laienreanimation" (eng. basic life support BLS) durch ausgebildete Laien (Ersthelfer) und "sekundäre" Reanimation (eng. advanced life support ALS) durch Rettungssanitäter oder den Notarzt.


Rehabilitation

Zusammenfassung aller Verfahren, die die möglichst vollständige körperliche, soziale und mentale Wiederherstellung nach einer Krankheit mit chronischen Folgen zum Ziele haben. Es gibt Reha in der Akutphase (Phase I), stationäre (Rehaphase II) und Wohnort-Rehabilitation (Rehaphase III; z.B. Herzgruppen). Selbsthilfe-Gruppen werden auch der Phase IV zugeordnet, bei der ärztliche Aufsicht nicht unbedingt erforderlich ist.


Reizleitung

Form der Erregungsverteilung im Herzen, die einer Art Nervensystem folgt, dem "Reizleitungssystem". Dieses beginnt im rechten Herzvorhof und verteilt den vom Sinusknoten ausgehenden Impuls im gesamten Herzmuskel. Damit ist die Voraussetzung für eine normale Kontraktion und eine gute Kontraktilität gegeben. Reizleitungsstörungen können zum gefürchteten Herzblock oder zu Herzschwäche führen.


Reperfusion

Wiederherstellung der Durchblutung des Herzmuskels nach Herzinfarkt durch Beseitigung der Verschlussursache (Blutgerinnsel, Thrombus) durch Thrombus-Auslösung >>Thrombolyse; veraltet) oder durch Ballonaufdehnung mit nachfolgender Stenteinsetzung.


Risikofaktoren

Eigenschaften und Verhaltensweisen, die mit ausreichender Wahrscheinlichkeit in absehbarer Zeit eine Herzkreislauf-Krankheit auslösen oder ihren Ausbruch begünstigen können. Ihre Träger haben daher ein erhöhtes Krankheitsrisiko. Beispiele sind Cholesterin oder Rauchen, sowei hoher Blutdruck oder die Zuckerkrankheit.


Rivaroxaban

neues Medikament (Faktor Xa-Hemmer) zur Antikoagulation, das ohne die Bestimmung des INR auskommt und daher einfacher und dennoch gleich wirksam wie Marcumar eingesetzt werden kann. Nierenerkrankungen führen zu Dosisreduktion


Röntgen

Wilhelm Conrad Röntgen (* 27. März 1845 in Lennep, heute Stadtteil von Remscheid; † 10. Februar 1923 in München) war ein deutscher Physiker. Er entdeckte am 8. November 1895 im Physikalischen Institut der Universität Würzburg die nach ihm benannten Röntgenstrahlen; hierfür erhielt er 1901 als erster einen Nobelpreis für Physik[1]. Seine Entdeckung revolutionierte u. a. die medizinische Diagnostik.
Heute auch gebräuchlich als Beschreibung der Verfahren, bei denen die "Röntgen"strahlen Anwendung finden, etwa bei der Untersuchung des Brustkorbes oder der >> Koronarangiografie.
Da die Anwendung von Röntgenstrahlen den Patienten je nach Ausmaß und Dauer der Untersuchung auch schädigen kann (Krebs-, Keimzellen- und Schwangerschaft-Strahlenschäden), muss die Unterschung streng "indiziert", d.h. notwendig und unvermeidbar sein.


Röntgen-Kontrastmittel

Jodhaltige Substanz zur Injektion in die Blutgefäße des Körpers, um diese an sich unsichtbaren Strukturen bei einer Röntgenuntersuchung sichtbar zu machen. Besondere Verwendung bei der >> Koronarangiografie. Das Medikament muss unter Beachtung der Patientensicherheit verwendet werden: leichte, aber auch schwere Kontrastmittelreaktionen mit Todesfolge können auftreten! Patienten, die eine Unverträglichkeit aufweisen, darf das Mittel nicht verabreicht werden. Es werden nicht-ionische Kontrastmittel bevorzugt (>>Osmolalität)


Rotablation

Technik zur Entfernung von Kalksegmenten aus einer Koronararterie durch ein schnell rotierendes Instrument mit einer diamantbesetzten Spitze. Das Verfahren wird vor der eigentliechen Dilatation eingesetzt.


Ross-OP

OP-Technik, die bei Ersatz einer Aortenklappen-Stenose angewendet wird: Austausch der erkrankten Klappe durch die gesunde Pulmonalklappe, Ersatz dieser durch ein Aortenklappen-Homograft.


Retinopathie

Netzhauterkrankung bei Diabetikern, die durch Ablagerung von Cholesterin und andern Partikeln ensteht und zur Erblindung führen kann.