Glossar der medizinischen Fachausdrücke

S
 

Septum

Bindegewebige (Vorhofseptum) oder muskuläre Trennwand zwiwchen Vorhöfen und Kammern (>>Ventrikel)


Sinusrhythmus

Normaler Herzrhythmus, der im Sinusknoten entsteht. Er weist eine regelmäßige Schlagfrequenz von 60-80 Schlägen/min auf. Er wird im Ruhe-EKG erkannt. (s.a. Arzt fragen! - Anatomie des Reizleitungssystems)


Sartane
Stoffgruppe bei der Bluthochdruckbehandlung, die als Ergänzung oder Ersatz für ACE-Hemmer dient (Candesartan, Valsartan, Telmisartan). Die Wirkung besteht in der Hemmung eines Nierenrezeptors (AT1), der die gefäßverengende Aktivität von Angiotensin ermöglicht.


Schlaganfall

Durchblutungsstörung des Gehirns (auch: Apoplex), oft durch eine Herzrhythmusstörung (Vorhofflimmern) oder durch eine Hinrblutung hervorgerufen. Beim Vorhofflimmern kommt es zur Verschleppung eines Blutgerinnsels (Embolie) aus dem Herzen in das Gehirn. Man spricht von einem embolischen Geschehen, das auch aus den hirnversorgenden Gefäßen etwa der Halsschlagader zustande kommen kann. Therapie des embolischen S.: Lyse


Schlagvolumen

Maß für die Auswurfleistung des Herzens in ml/Schlag. Errechnet sich aus demHerzminutenvolumen/Herzfrequenz: 4500/70=65 ml/Schlag.


Schock, Kreislaufschock

Umgangssprachlich plötzliche mentale Zustandsänderung oft infolge starker seelischer Belastung (Unfall, Todesfall v. Angeörigen). Die medizinische Definition unterscheidet sich davon grundsätzlich:
Schwere Form der >> Herzinsuffizienz, bei der bei extrem niedrigem Schlagvolumen des Herzens der Kreislauf nur unvollständig funktioniert und die Durchblutung der Organe, besonders der Nieren, eingeschränkt bis aufgehoben ist. Kardiogener Schock z.B. nach Herzinfarkt, Blutungsschock z.B. nach Unfall mit Blutverlust. Hohe Sterblichkeitsrate (50-70%).


Soldier‘s heart

Bezeichnung für eine Mißempfindung in der Herzgegend (linke Brustkorbhälfte), die ohne organischen Befund ist. Psychosomatisches Bild, das bei jungen Menschen nach seelischen Belastungen auftreten kann. Historisch wurde der Begriff in ersten Weltkrieg geprägt, als es durch die stark belastenden Kriegserlebnisse zu zu solchen Mißempfindungen kam. Heute gehört der Zustand zum „posttraumatischen Belastungssyndrom PTBS)


Schrittmacher

Elektrischer Impulsgeber, der den ausgefallenen oder reduzierten Eigenrhythmus des Herzens ganz oder teilweise ersetzt. Der Geber wird in Lokalanaesthesie unter der Haut meist der rechten Brusthälfte eingepflanzt und durch eine (Einkammer-S.) oder zwei (Zweikammer-S.) Sonden mit dem rechten Herzen verbunden. Einsatz bei >> cardialen Synkopen.


Spiroergometrie

Methode der körperlichen Belastung (meist Fahrrad), kombiniert mit Messungen der Sauerstoffaufnahme. Deren ergometrischer Maximalwert kann als Entscheidungshilfe bei Sport für Patienten mit Herzmuskelschwäche dienen.


Statine

Medikamentengruppe zur effektiven Behandlung der Fettstsoffwechselstörung, besonders der Cholesterin- und LDL-Erhöhung. Langzeit-Behandlung.


Stenose

  1. (a)Engstelle an einem arteriellen Blutgefäß (in der Kardiologie oer Angiologie). Führt am Herzen zu

>>Angina pectoris
(b) Verengung einer Herzklappe (Mitralstenose), die zu einer Behinderung des Blutstromes führt.


Stent

Gefäßstütze aus Metall, die über einen Ballon in die Stenose des Gefäßes eingebracht wird. Oft mit der Eigenschaft der Medikamentenfreisetzung (Drug eluting stent DES) oder der späteren Resorption.


Stress

eig. "Belastung, Anspannung", heute Sammelbegriff für psychische Dauerbelastung des Organismus durch die Arbeitswelt oder das private Umfeld. Man spricht auch von beruflichem (psychsozialem) oder privatem Stress. Die Anspannung und Belastung wird vom Organismus nicht adäquat verarbeitet, wenn die Stress"toleranz" absinkt. Es entstehen psychische und körperliche Probleme bezw. Krankkheiten. Zu den heute modernen Begriffen der inadäquaten Stressverarbeitung gehört das Burn-Out-Syndrom und die depressive Verhaltensstörung. S. gehört heute zu den häufigsten Ursachen krankheitsbedingter Fehlzeiten am Arbeitsplatz, hervorgerufen durch Arbeitsverdichtung, Moblität und Flexibiltät.
(s.a. Wikipedia "Stress")


Stress-Echo

=Belastungs-Echokardiografie (stress=Belastung). Dabei wird der Patient auf einem Fahrradergometer belastet und gleichzeitig ein Ultraschallbild des schlagenden Herzens gewonnen. Die Methode gibt Aufschluss über Durchblutungsstörungen und ist aussagekräftiger als das Belastungs-EKG. Es setzt aber einen sehr geübten Untersucher voraus.

Stress-Test

s.a. Belastungs-EKG


stroke unit

= Schlaganfall-Einheit. Intensivmedizinische Spezialstation zur Behandllung des akuten Schlaganfalls innerhalb eines Zeitfensters von ca. 3 h.


Sympathikus

Teil des vegetativen Nervensystems, auch Stressnerv genannt. Steigert die Abwehrbereitschaft des Körpers durch Steigerung der Herzkraft und des Blutdrucks. Die Schweißproduktion wird ebenfalls gesteigert. Der "Gegen"-Nerv mit entgegengesetzter Wirkung ist der Vagus- oder Parasympathikusnerv.


Syndrom, metabolisches

Zusammenspiel von Übergewicht, Zuckerkrankheit und Bluthochdruck. Zunehmende Volkskrankheit.


Synkope

Plötzlicher Bewußtseinsverlust. kardiale S., neurogene (vagovasale) S., vaskuläre (Orthostase-) Synkope. Ursache der kardialen S.: Herzblock mit Aussetzen der Herztätigkeit. Therapie: Schrittmacher.


Systole

aktive Herzphase, bei der das Herz sich zusammenzieht und den größten Teil seines Butes in den Kreislauf auswirft.

Szintigramm


Methode der Bilddarstellung des Herzens mit radioaktiven Substanzen (Technetium, Thallium). Dient der Aufdeckung von abnormem Muskelstoffwechsel und der Frage, ob es sich um lebendes oder totes Gewebe handelt (Narbe bei Herzinfarkt)