Glossar der medizinischen Fachausdrücke

T
 

Tachycardie

= Pulsbeschleunigung; Pulsrate > 100/min. s.a. >> Bradycardie


Takotsubo

nach einer ballonartig geformten japanischen Tintenfisch-Falle, auch "broken heart"-Syndrom genannt, ist eine erhebliche Störung der Herzmuskelfunktion, die im EKG, dem Echokardiogramm oder der Angiografie wie ein Herzinfarkt aussieht ("Ballooning"), ohne dass die kranzgefäße Verengungen aufweisen. Sie entsteht nach einem massiven Schrecken oder einer akuten seelischen Belastung und verursacht die gleichen Schmerzen wie bei einem Herzinfarkt. Wenn die akute Phase überstanden ist, bestehen gute Erholungschancen.


TAVI

= transcatheter aortic valve implantation; neue nicht chirurgische Methode zum Aortenklappenersatz. Gute Ergebnisse bei älteren Menschen mit hohem OP-Risiko. Voraussetzung Herzteam und Hybrid-OP/Katheterlabor.


TEE

(engl.)= transesophagial echocardiography, auch Schluckecho genannt. Dabei wird eine fingerdicke Ultraschallsonde über die Speiseröhre (Ösophagus) in Herznähe gebracht, wo der linke Vorhof und die Herzkammern, aber auch Klappen und die großen Gefäße, genau und mit hoher Qualität untersucht werden können. Der Patient ist wach, sein Rachen wird lokal betäubt.


Telematik

Einsatz digital vernetzter Technik (Internet, eCard, elektronische Patientenakte) in der Medizin zum Zweck der Fernübertragung medizinischer Daten zwischen

  1. -Arzt und Patient (Telefonkontakt, Internetkontakt, Smartphone-App)

  2. -Arzt und Arzt (Tele-Konsultation)

  3. -Gerät und Arzt (Schrittmacher, Defibrillator, Kunstherz etc.)


Thrombus, Thrombose

Blutgerinnsel, das sich bei Störungen der Gerinnungsfähigkeit des Blutes bilden kann. Dieses besteht aus verklumpten Blutplättchen und/oder einem Netz aus Fibrin und kann hervorgerufen werden durch
- Verlangsamung des Blutflusses,
- Schädigung der Gefäßwand,
- Störung der >> Gerinnungsfaktoren
Wenn eine Neigung zu einer Thrombusbildung besteht (etwa nach Operationen, >>Venen-Entzündungenoder Bettlägerigkeit), spricht man auch von Thrombosen (tiefe Beinvenenthrombose).


Thrombolyse

(auch: Fibrinolyse) medikamentöse Auflösung eines Thrombus, etwa nach Herzinfarkt oder bei einer akuten Lungenembolie; bekannte Medikamente sind Streptokinase, Alteplase, Urokinase. Diese intravenöse Therapie wird heute bei Herzinfarkt nicht mehr angewendet, sondern stattdessen die aktive >> Intervention im Herzkatheterlabor vorgenommen. Beim Schlaganfall, der Lungenembolie oder der tiefen Beinvenenthrombose ist die T. jedoch nach wie vor wichtig. Das verwendete Medikament heißt r-tPA (engl. „recombined tissue type plasminogen activator“)


TIA

= transitorisch-ischämische Attacke; auch "Schlägelchen": vorübergehende Störung von Sprache, Beweglichkeit oder Sehkraft (Doppelbilder), die sich meist vollständig zurückbilden kann. Ursache sind kleinere , umschriebene Embolien, die das Gehir nicht bleibend schädigen. Meist Alarmzeichen für einen drohenden schweren Schlaganfal. Muss ernst genommen werden.


Torsade

oder "torsade de point", schwerwiegende Kammer-Arrhythmie, die wie das Kammerflimmern zum Kreislaufstillstand und zu Ohnmachtsanfällen (Synkopen), schlimmstenfalls zum Tode führt. Folge angeborener Reizleitungstörungen (Jervell-Lange-Nielsen-Syndrom, mit Taubheit), bei denen das sog. QT-Intervall verlängert ist. Nebenwirkung bei Therapie mit Antiarrhythmika (Sotalol).


Trigyceride

sog. Neutralfette, Hauptenergieträger bei der Nahrungsaufnahme. Möglicher Herzkreislauf-Risikofaktor für Frauen und beim Schlaganfall.


Troponin

Herzmuskelspezifischer Eiweißkörper, der in der ersten Stunde nach Infarkt erhöht ist und sich nach 4 Tagen normalisiert. Man unterscheidet T.-T, T.-I und T.-C, die bei Erhöhung einen Infarkt auch ohne EKG-Veränderungen erkennbar machen. Normwert 0.05 μ/l



Trikuspidalklappe

Herzklappe zwischen rechtem Vorhof und rechter Herzkammer, steuert die Füllung der Herzkammer aus dem Vorhof in der >> Diastole. Sie besteht aus drei Segeln und wird auch "dreizipflige" Klappe genannt.


Thrombocyten

s.a. Blutplättchen


Thrombin

Blutenzym, Bestandteil des Gerinnungssystems, das die Umwandlung von Fibrinogen in Fibrin bewirkt. Hemmung durch Heparin.